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„Agrarkollektiv Flächenfreikauf“: Erklärung zum Projekt „Agrarkollektiv Aschbuch“

September 28, 2012

Das Projekt „Agrarkollektiv Aschbuch“ hat in kurzer Zeit eine beachtliche Aktivität entfaltet. Und zwar handfest: an zwei Wochenende wurden rund 1.000 Quadratmeter Birken entfernt, und eine große Unkrautbrache mit der Sense gemäht. Brombeergestrüpp wurde gelichtet und die Birken abgelängt und geschlichtet. Saatgut für Gründüngung wurde eingekauft und einschlägiges Werkzeug.

Der Projekt-Weblog hatte viele Tage über mehr als 50 Zugriffe und die Berichte der Arbeitswochenenden zählten je mehr als 330 und 130 Clicks. Insgesamt 13 Erwachsene waren an den beiden Arbeitswochenenden aktiv und eine – noch lose – Kerngruppe von rund 7 Leuten hat sich gebildet.

Nun muss sich das Projekt vom Standort Aschbuch entkoppeln. Der folgende Text erklärt warum und lädt zum neu orientierten „Agrarkollektiv Flächenfreikauf“ ein. Unser bisheriger Vorschlag dazu findet sich im letzten Teil des Textes.

VORGESCHICHTE

Der Eigentümer des 2,5 ha großen Grundstücks in Aschbuch südlich von Fehring (Südsteiermark) schickt im Frühjahr 2012 ein Inserat in den AgrarAttac Verteiler, worin die Ausgangslage geschildert wird wie folgt:

Das Anwesen wurde vor zwölf Jahren für eine Gruppe von Interessenten  erworben und an diese verpachtet. Die Gruppe  –  als Verein organisiert  – hatte das Ziel,  dort eine Permakultur-Anlage aufzubauen. Die Gruppe hat sich relativ rasch aufgelöst, vom Ziel wurde kaum etwas realisiert. Dies ist auch der Grund, warum der Verein und damit die zwei verbliebenen Bewohner mit Ende dieses Jahres gekündigt wurden.“

Das Inserat signalisiert:

Im Moment ist daran gedacht, das Anwesen  mit einer ähnlichen Zielstellung wieder zu verpachten. Sollte dies nicht zustande kommen, so kommt auch ein Verkauf in Frage; von Wien aus kann es auf Grund der Entfernung  kaum  betreut werden.“

Und es wird festgehalten:

Die Pacht betrug bisher € 200.-, hier ist an eine moderate Anhebung gedacht.

Mit Abgaben und Steuern belaufen sich die Nutzungskosten pro Jahr bislang auf rund € 400.

Der vom Vorpächter so genannte „Sternsaathof“ hat eine illustre Geschichte. Die Zielstellung des Vorpächters, dem Verein „Projekt Leben, Art und Vielfalt“ bestand in gemeinschaftlichem Wohnen und Arbeiten und in Permakultur mit Schwerpunkt auf der Erhaltung traditionellen Saatguts.

Erste Schritte

Nach dem Kontakt von Andreas Exner mit dem Eigentümer und seiner Rückmeldung, er finde die geäußerten Nutzungsideen gut, kommt es zu einem mit ihm abgesprochenen Eintrag im schnell errichteten Weblog. Darin wird die Entwicklung eines Gemeingutes zur wesentlichen Zielrichtung erklärt, nämlich

die gemeinschaftliche Produktion von Lebensmitteln, Wohnraum und anderen Notwendigkeiten wie Annehmlichkeiten mit Produktionsmitteln, die von einer unabhängigen Gemeinschaft selbst verwaltet werden. Das ist die Perspektive der Commons (Gemeingüter), worin alle Mitglieder einer Gruppe gleichberechtigt über den Einsatz der Mittel und die Verwendung ihrer Früchte selbst entscheiden.“

Als Einladung ist dabei formuliert:

„Gesucht werden Menschen, die an einer Gruppe mit folgenden kollektiven, solidarischen Aktivitäten interessiert sind: Gemeinsam und solidarisch Landwirtschaften; Renovieren, Erweitern und Bewohnen der Gebäude; Schaffen eines Zufluchtsorts für Menschen in Bedrängnis; Urlauben; Veranstalten von Seminaren und Workshops.“  

Die Perspektiven, die ein solches Grundstück ermöglichen könnte, sind weit gespannt, heißt es:

Warum nicht einen Kibbutz aufbauen, der politisches Leben und kollektive Produktion vereint? Warum nicht einen Land-Trust initiieren, der Flächen dem Markt entzieht und den Menschen gibt, ähnlich dem Mietshäusersyndikat in Deutschland?

Vor Ort zeigt sich die Lage nach dem ersten Besuch des Eigentümers seit vielen Jahren folgendermaßen: Anders als erwartet wohnen die zwei verbliebenen Mitglieder des gekündigten Vereins dort noch. Diese haben mit der Kündigung im Dezember 2011 laut Vertrag zwar schon das Einflussrecht auf die landwirtschaftlichen Flächen verloren, dennoch verändern sich damit alle Parameter. Sie gedenken das Grundstück nämlich weder zu verlassen, noch sind sie an einer landwirtschaftlichen Nutzung interessiert oder akzeptieren (anders als gezwungenermaßen) ein dem Zweck des früheren Vereins durchaus entsprechendes Projekt  – bezeichnen ein solches vielmehr mit Verweis auf konservative politische Verhältnisse in der Region und ihre geschäftlichen Ambitionen als ihren Ruf „schädigend“. Auf Wunsch der beiden wird der Weblog daher vorerst still gelegt, wo sie eine für einen Grundstückskauf sowie den Begleich der seit zwölf Jahren nicht bezahlten Pacht zuzüglich Steuern und Abgaben ausreichende Summe in Aussicht stellen.

Die Entwicklung

Nach und nach entpuppt sich das ganze Ausmaß der Verlotterung des Grundstücks. Das vor Pacht immerhin noch mit einem desolaten Dach versehene ehemalige Wohngebäude ist inzwischen eine vollkommene Ruine. Ob ein Neuaufbau erlaubt ist, bleibt vorerst sehr fraglich. Die Wirtschaftsgebäude stehen trotz teilweiser notdürftiger Sanierung vor dem Zusammenbruch. Das Kellerstöckl ist feucht und der Investition bedürftig. Die Entfernung der Birken auf mehr als der Hälfte der gut bearbeitbaren, jedoch verbrachten Ackerfläche ist mit einer offenen rechtlichen Frage behaftet. Auch der Rest des Grundstücks ist stark vernachlässigt. Summa summarum erfordert die bloße Wiederherstellung der gut nutzbaren Ackerfläche von rund einem Hektar eine Investition von mindestens 3.000 EUR (Schätzung Maschinenring), Arbeitszeit und Betriebsmittel für die Entfernung der Birken nicht mit eingerechnet. Der Kaufpreis des Grundstücks vor 12 Jahren stellt sich als aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich überzogen heraus.

Die entstehende Projektgruppe hat eine gute soziale Dynamik und den Willen zu einem substanziellen, auch finanziellen Engagement. Mehrere Optionen stehen im Raum, einige Akteure sind im Spiel, das Schicksal des Grundstücks und damit auch der sich konstituierenden Gruppe jedoch bleiben – trotz aufwendiger Aktivitäten – auch nach dem zweiten Arbeitswochenende offen.

Es steht daher eine Klärung an, an erster Stelle der Eigentums- und damit Entscheidungsverhältnisse. Nur so machen weitere Schritte und konkrete Aktivitäten vor Ort Sinn.

Grundlegende Alternativen eines Grundstücks, das alternativ genutzt werden soll

Der Eigentümer und sein Erbe haben nach dem ersten Versuch, das Grundstück einer dauerhaften alternativen Nutzung zuzuführen, der als gescheitert betrachtet werden muss, aus Sicht der Projektgruppe grundsätzlich vier Möglichkeiten, eine Nutzung in Zukunft sicherzustellen. Diese kann man als „Markt“, „Autorität“, „Demonetarisierung“ und „Verantwortungsaufgabe“ übertiteln. Die ersten drei Möglichkeiten nehmen eine wie im Inserat angeführte Zielstellung an, die vierte nimmt davon definitiv Abschied und schließt damit das Kapitel „Aschbuch als Alternativprojekt“ ab. Davon abgesehen kann der Eigentümer natürlich auch einen zweiten Versuch machen, das Grundstück einfach günstig an einen „alternativen“ Verein unter denselben Bedingungen wie bisher zu verpachten. Da die Ursachen des Scheiterns des ersten Versuchs aber aus unserer Sicht zu einem guten Teil in strukturellen Problemen des Eigentums-Nutzungs-Gruppenverhältnisses und nicht etwa allein oder überhaupt vorrangig in einer „fehlerhaften Gruppe“ zu suchen sind, wäre auch in einem solchen zweiten Anlauf ein ähnlicher Verlauf und also ein Scheitern der selbstgesteckten Ziele nicht überraschend.

1. Markt: Der Eigentümer könnte nach einem kommerziellen Pächter suchen und die Pacht auf ein Niveau erhöhen, dass genug Anreiz besteht, den Ertrag zu maximieren und das Grundstück als reinen Wohn- und Erholungsraum weniger attraktiv bzw. leistbar macht; zusammen mit Vorgaben für eine ökologische Bewirtschaftung könnte damit das Ziel „kommerzieller Bio-Landbau“ erreicht werden. Ein kollektives Projekt, das gesellschaftliche Alternativen aufzeigen will, ist damit nicht zu erreichen.

2. Autorität: Der Eigentümer könnte mehr Einfluss auf die Aktivitäten vor Ort nehmen, indem er den Pachtvertrag strenger fasst, seine Einhaltung stärker kontrolliert und Konsequenzen setzt. Er spielt damit seine Vorrechte aus, etwa zur Förderung biologischen Landbaus. Ein kollektives Projekt, das gesellschaftliche Alternativen aufzeigt, vor allem also Eigentumsverhältnisse und entsprechende Machthierarchien überwinden muss, ist damit nicht zu erreichen.

3. Demonetarisierung: Gemeinsam mit anderen wird der Versuch unternommen, das Grundstück aus der marktwirtschaftlichen Verwertungslogik herauszunehmen und unabhängig von den jeweils aktuellen Akteuren vor Ort diesen Zustand dauerhaft zu verankern. Der Eigentümer verkauft das Grundstück – eventuell nach einer Übergangsfrist oder in Teilzahlungen – an eine Gruppe, die einen rechtlichen Rahmen schafft, das Grundstück dauerhaft dem Markt und damit der kapitalistischen Verwertungslogik zu entziehen.

Dieser rechtliche Rahmen könnte sein Beispiel am deutschen Mietshäusersyndikat nehmen, das bereits eine beachtliche Wohnfläche (derzeit 63 Zinshäuser in Deutschland) auf diese Art dem Markt entzogen hat. Eine Konstruktion aus Eigentümer- bzw. Betreibergesellschaft einerseits und einer externen Kontrollinstanz mit Vetorecht in Eigentumsfragen stellt sicher, dass die so aus dem Markt „frei gekauften“ Objekte in Zukunft keiner kommerziellen Verwendung mehr zugeführt werden können, bei gleichzeitig intakter Autonomie und Entscheidungsfreiheit der Nutzer_innengruppe im Tagesbetrieb.

Ein solches Herausnehmen aus dem Markt stellt nicht nur eine Perspektive für die Eigentumsfrage dar, sondern wäre vermutlich auch am besten geeignet, die bisher nur diffus formulierten inhaltlichen Ziele des Projekts (Stichwort: „alternativ“) langfristig ohne permanente direkte Intervention sicherzustellen. Durch eine außenstehende Kontrollinstanz wäre eine langfristige Nutzung im Sinne des derzeitigen Eigentümers und der aktuellen Interessent_innengruppe sichergestellt und eine erneute „schleichende Privatisierung“ für absehbare Zeit unmöglich. Die Ziele eines Trägervereins müssten auf Offenheit des Projekts abzielen, wodurch auch bei schwindenden Kräften der ursprünglichen Nutzer_innen das Grundstück anderen zur Verfügung steht und so eine durchgängige Bewirtschaftung gewährleistet werden kann.

Die Agrarkommune Wieserhoisl hat eine ähnliche Perspektive für sich reklamiert und ist dem Vernehmen nach an der Schaffung weiterer solcher „Inseln“ interessiert. Longo Mai wäre für eine solche Bewegung möglicherweise auch zu gewinnen.

Nachdem das Ziel der Demonetarisierung nicht das Eigentum ist, sondern die Verhinderung der Veräußerung, wäre ihr Ziel nicht, den bis dahin existierenden Eigentümer auszuschließen.  Die Idee besteht darin, das Eigentum zu neutralisieren, indem es per Kauf durch eine Gruppe einem De Facto-Nicht-Eigentümer (Verein o.Ä.) übertragen wird, während die Nutzer_innen kein Eigentumsrecht für sich in Anspruch nehmen.

4. Verantwortungsaufgabe: Schließlich kann der Eigentümer das Grundstück schlicht am freien Markt verkaufen und sämtliche Entscheidungen damit an den Nachfolger oder die Nachfolgerin abgeben. Das vorhersehbare Schicksal der Fläche wäre, wie in ähnlichen Fällen häufig der Fall, die Verwaldung und ausschließliche Nutzung als Wohnort, vermutlich als Freizeitort (Jagdhütte o.Ä.), mit einer sukzessive abnehmenden Wohnqualität, bleiben substanzielle Investitionen aus.

Grundsätzliches

Nachdem das Projekt „Agrarkollektiv Flächenfreikauf“, das zuerst in der Auseinandersetzung mit dem Nutzungsangebot in Aschbuch Form gewonnen hat, zwei Ebenen anzielt: (1) die landwirtschaftliche Nutzung und (2) eine Keimform jenseits der Marktwirtschaft – also eine „Selbstversorger-Landwirtschaftsgemeinschaft (CSA)“ –, gibt es auch zwei Ebenen der Haltung zu den grundsätzlichen Alternativen. Während die landwirtschaftliche Nutzung mit einer langfristigen Pacht das Auslangen finden würde, genügt dies für die zweite Ebene nicht.

Solange das Grundstück einen Eigentümer hat, der nicht – wie im Fall eines Kollektivs mit entsprechender rechtlicher Vorkehrung ähnlich der Copyleft-Lizenz – die paradoxe Funktion erfüllt, das Nicht-Eigentum in einer Gesellschaft des Eigentums zu garantieren, bleibt es auf problematische Weise doppeldeutig: Das Grundstück ist Gebrauchswert und Vermögenswert in Einem. Weil sein Vermögenswert per definitionem und objektiv (als Geldwert) immer überwiegt, gilt der Gebrauchswert im Zweifelsfalle nichts – abgesehen von rechtlichen Vorkehrungen, die jedoch beschränkt sind, solange es überhaupt Vermögenswert und damit veräußerbar bleiben soll .

Genauer gesagt: Das hierarchische Grundverhältnis dieser Gesellschaft, das sich konkret in der Relation Eigentümer-Pächter äußert, und sich nicht zuletzt in den vielfältigen Problemen der heutigen Landwirtschaft ausdrückt, bliebe bestehen. Dieses Grundverhältnis zeigt sich in der heutigen Landwirtschaft etwa in ihrer Fixierung auf Märkte einerseits und der Abhängigkeit der Konsumierenden von Geldeinkommen andererseits. Alles wird vom Profit und damit von einem zerstörerischen Wachstum bestimmt, die Nachfrage der Konsumierenden über ihre Lohneinkommen, das Angebot an Betriebsmitteln für die Bauern über die Einnahmen der Maschinenfabriken.

Die konkrete Situation in Aschbuch

Dieses hierarchische Verhältnis zeigt sich nicht nur andeutungsweise in der – bislang guten – Kooperation zwischen sich konstituierender Gruppe und Eigentümer, wo die Beteiligten wissen, dass letzterer das letzte Wort hat, was auf alle Handlungen mehr oder weniger abfärbt.

Es zeigt sich auch in der Vorgangsweise hinsichtlich der „Optionen“ aus Eigentümersicht. Die „Hinterbliebenen“ des Vorpächters stellen einen Kauf in Aussicht, was ein verständliches, durchaus ökonomisches Interesse beim Eigentümer berührt – entgegen der Formulierung im Inserat, den bisherigen Bemühungen und Resultaten der Gruppe und mündlicher Mitteilungen.

Auch wenn das Grundstück nicht an die „Hinterbliebenen“ des Vorgängerpächters verkauft, sondern der Gruppe verpachtet würde, hieße dies, den für den Kapitalismus typischen Antagonismus zwischen Gebrauchswert und Vermögenswert durch das Projekt weiterzuschleppen. Denn die Gebrauchswertorientierung der Gruppe (d.h. landwirtschaftliche Nutzung) würde im Fall eines langfristigen Pachtverhältnisses objektiv lediglich den Vermögenswert sichern, ihn womöglich sogar erhöhen, da von einer längerfristigen Steigerung der Grundstückspreise auszugehen ist.

Zwar wäre eine Regelung der Aufteilung allfälliger Vermögenszuwächse möglich und auch könnte die Gruppe sozusagen ihre Kostenersparnis durch selbstproduziertes Gemüse in Rechnung stellen, ganz zu schweigen von einem Verkauf mit Profit. Doch dies wäre lediglich ganz normale marktwirtschaftliche Kalkulation, keineswegs eine Alternative zu diesem System oder auch nur ein Schritt dorthin.

Das Projekt wäre dann erst recht instrumentalisiert zur Stärkung eines Systems, das nicht nur die Misere der Landwirtschaft verursacht, die es im Sinne des Eigentümers zu bekämpfen vorgibt. Die Nutzer_innengruppe hätte überhaupt in schlechter Naivität gehandelt und wäre mit einem normalen Kauf weit besser gefahren – ohne die Bemühung, zusammen mit dem Eigentümer an der Überwindung der zahlreichen Schwierigkeiten vor Ort und damit nicht zuletzt in der Wiederbelebung des scheinbar schon gescheiterten Traums, der mit dem Grundstück zu Anfang verbunden war, tätig zu werden.

Was eine Kaufoption angeht, so kann sie nicht mehr als den Marktwert ins Auge fassen. Andernfalls würde der Kauf erneut lediglich auf der Selbstinstrumentalisierung der Gruppe bauen und damit eine mit ihrer Ausrichtung unvereinbare Aktion an ihren materiellen Beginn setzen. Denn der Eigentümer könnte, hätte er keine Gruppe an der Hand, lediglich den Marktwert erzielen. Es ist nicht einzusehen, warum gerade ein politisch engagiertes und mit den Zielsetzungen des Inserats korrespondierendes Projekt mehr dafür zahlen sollte. Überzahlen kann man am Markt immer.

Auf der anderen Seite würde der Eigentümer im Zuge der Demonetarisierung paradoxerweise – der unguten Doppeldeutigkeit des Grundstücks als Marktobjekt gewissermaßen spiegelverkehrt entsprechend – einen durchaus gutartigen Doppelnutzen erzielen: Er erhielte den Marktwert und den Gebrauchswert zugleich. Das einzige worauf er oder sein Erbe verzichten müssten, ist der Vermögenswert, die Veräußerbarkeit, die Möglichkeit, eine Herrschaftsposition auszuspielen und zu liquidieren.

Dies freilich würde er mit allen Mit-Käufer_innen teilen. Der geteilte Verzicht auf den Vermögenswert wäre hier zugleich ein Gewinn für alle, an Hoffnung für diese Gesellschaft, und sei es auch nur ein kleiner Lichtblick. Und der Kauf des Eigentümers vor 12 Jahren hätte – anstatt ein nutzloser Akt getäuschten Vertrauens bleiben zu müssen – den Ansatz zu einem einmaligen Projekt gemacht.

Die Entscheidung des Eigentümers

Das Angebot der Projektgruppe, das Grundstück zum Marktwert zu kaufen und in eine übergeordnete Körperschaft nach Vorbild des Mietshäusersyndikats einzubetten und dem Markt dauerhaft zu entziehen, stößt nicht auf Interesse. Zudem soll die Frist für einen Kauf durch die gekündigten Bewohner_innen eingehalten werden, womit das bisherige Projekt letztlich als bloßer Lückenbüßer  erscheint und die eigene Arbeit zu entwerten droht.

Neben den ungeklärten rechtlichen Fragen vor Ort und dem fehlenden Interesse der beiden dort noch wohnhaften Mitglieder des Vorgängervereins wegzuziehen oder eine neue Projektgruppe gewähren zu lassen (oder sich gar anzuschließen), und der fehlenden Perspektive seitens des Eigentümers ist dies der Grund, weshalb sich die Projektgruppe nun von Aschbuch entkoppelt.

GRUNDZÜGE EINES „AGRARKOLLEKTIV FLÄCHENFREIKAUF“

Aus der obigen Darstellung ergibt sich unsere Einladung für eine weitere Entwicklung des Projekts „Agrarkollektiv Flächenfreikauf“. Die (noch lose) Gruppe, die sich in Aschbuch und in Auseinandersetzung mit der daran entwickelten Idee gebildet hat, möchte so bald wie möglich einen Verein gründen, der als Rechtssubjekt eines kollektiven Grundstückkaufs auftritt und folgende Zielsetzungen verfolgt.

1. Der Verein „Agrarkollektiv Flächenfreikauf“ wird mit der Zielrichtung (a) kollektiver, egalitärer und solidarischer Landwirtschaft und (b) der Demonetarisierung landwirtschaftlicher Flächen und ihrer Produkte mit frühestmöglicher Wirkung gegründet. Demonetarisierung bedeutet, dass Verkauf der in Vereinseigentum befindlichen Flächen und ihrer Produkte ausgeschlossen ist.

2. Der Verein verpflichtet sich dazu, bis Ende 2013 ein rechtlich tragfähiges Modell analog zum Mietshäusersyndikat erarbeitet zu haben. Gangbar scheint unter anderem eine Konstruktion mit einem Aufsichtsrat und einer Verwaltung- bzw. Betriebseinheit. Der Aufsichtsrat bestünde aus moralisch integren, ökonomisch desinteressierten und der Demonetarisierung bekanntermaßen verpflichteten Personen. Feste Sitze „institutioneller Mitglieder“ zur Absicherung der Kontinuität wären sinnvoll, etwa von anderen Kollektiven ähnlicher Zielsetzung.

3. Die konkreten Zielsetzungen sind vom Verein in einer Geschäftsordnung weiter auszuformulieren und von den ab Grundstückskauf neu hinzutretenden Mitgliedern zu erarbeiten und zu beschließen. Dazu gehört die genaue Regelung der für den Verein verpflichtenden Nutzung und die genaue Ausformulierung der Demonetarisierungsachse.

4. Der Verein verpflichtet sich zu öffentlichkeitswirksamer politischer Arbeit im Sinne seiner Zielsetzungen.

5. Der Verein akzeptiert weitere Mitglieder ohne Ansehung ihres Vermögens, ihres Einkommens und ohne Leistung eines finanziellen Beitrags mit Ausnahme des jährlichen Mitgliedsbeitrags nach Maßgabe des Einkommens (z.B. von 100 EUR pro Jahr bei einem Mindestmonatseinkommen von im jährlichen Schnitt mindestens 1.000 EUR netto). Die Vereinseinnahmen sind allfälligen Betriebskosten und der Öffentlichkeitsarbeit zu widmen, eventuell auch allfällig aufgenommener Kredite für den Grundstückskauf (anstelle einer Pacht).

6. Der Verein hat eine maximale Mitgliederzahl, die sich nach der Produktionskapazität des Grundstücks richtet und nach seiner Aufnahmekapazität für kollektive Arbeitskraft. Sie wird gegebenenfalls in der Geschäftsordnung festgelegt.

7. Der Verein arbeitet nach basisdemokratischen Prinzipien. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Belange in minutiösen Plenarsitzungen entschieden werden sollen. Optimalerweise funktioniert die Arbeit im „Maintainer-Prinzip“ der Freien Software: Einzelne oder Kleingruppen setzen Initiativen, die sie betreuen und aus Eigeninteresse auf Legitimität ihrer Entscheidungen achten, sei es durch Konsultation, Abstimmung oder Einfühlsamkeit. Solche Sitzungen sind jedoch in Konfliktfällen einzuberufen. Alle Mitglieder haben das gleiche Stimmrecht, Funktionen rotieren, niemand kann für die Gruppe sprechen außer in den durch die Gesellschaft des Eigentums erzwungenen rechtlichen Angelegenheiten auf Grundlage von Plenarbeschlüssen.

8. Der Verein verpflichtet sich, jährlich einen festzulegenden Anteil der Ernte gratis auf der Straße im Zusammenhang mit einer politischen Aktion „Essen ist keine Ware“ abzugeben. Diese Menge soll mit den Jahren entsprechend wachsender Erfahrung und erwarteter Ernte steigen.

9. Der Verein verpflichtet sich, die jährliche Ernte an die Mitglieder nach Bedarf abzugeben.

10. Der Verein verpflichtet sich, Konfliktregelungsmechanismen nach den Prinzipien von Konsens und der Möglichkeit von Splitting (etwa bezüglich unterschiedlicher Bewirtschaftungsvorstellungen im Ackerbau) in der Geschäftsordnung zu regeln. Darunter fallen auch etwaige Konflikte bezüglich Aufteilung von Arbeiten. Von einer Regelung von Arbeitspflichten wird bewusst Abstand genommen.

Dieser Vorschlag wird von Alice, Andreas, Anna, Christian, Flo, Su, Thomas, Yasmin unterstützt. Die Konzeption wird von der Gruppe und eventuell neu Hinzutretenden weiterentwickelt werden. Als nächstes soll ein Verein gegründet werden. Interessierte willkommen. Mails dazu vorerst an andreas.exner ÄT aon.at

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Agrarkollektiv / Fehring: Planungen nach dem 2. Arbeitswochenende

September 28, 2012

Das Projekt des Agrarkollektivs bei Fehring zielt auf eine

– mittelfristig von Geldeinkommen weitgehend unabhängige
– damit auch weitgehend krisensichere
– freudvolle und solidarische
– Erzeugung von guten Lebensmitteln
– mit gemeinsamer Arbeitskraft.

Bei guter Bewirtschaft kann die Fläche einen schönen Ertrag liefern und ist für eine „Selbstversorger-CSA“ oder „Solidarische Landwirtschaft“ im Sinne der SoliLa Jedlersdorf in Wien geeignet. So kann praktisch demonstriert werden: Essen ist keine Ware.

 Von Fr., 7.9.-Mo., 10.9. fand das zweite Arbeitswochenende des Agrarkollektivs statt, das bei Fehring ein 2,5 ha Grundstück in Nutzung genommen hat.

Das Grundstück beinhaltet ca. 1,5 ha ehemaligen Acker, den der Vorpächter (ein bereits gekündigter, an Permakultur orientierter Verein) hat verbrachen lassen. Rund 1 ha befindet sich in gut zugänglicher und bearbeitbarer Lage. Davon ist etwa die Hälfte mit Birken bestanden, der Rest mit Unkrautflur.

Die Schlägerung der Birken haben wir schon letztes Wochenende begonnen: mit Bügelsäge und Astschere. Mit der Sense wurde die Goldrute ein wenig in ihre Schranken gewiesen. Nun haben wir Verstärkung mit Greifzug und Motorsäge bekommen – und 13 Erwachsene, die zusammen weitergemacht haben. Weingartenknoblauch wurde gesetzt.

Bild: Alois, Raimund und der Knoblauch

Christoph, Raimund, Xili, Alice, Su, Christian, Alois, Andreas, Flo, Patrizia, Andrea, Markus und Susanne haben Hand an Birken und Unkraut gelegt und sich ein paar schöne Tage gemacht.

Unser von Zeltromantik geprägte Arbeitswochenende war inspirierend, aufregend und sicherlich ausgesprochen schweißtreibend.

Der Obmann des Raabtaler Maschinenrings nahm sich die Zeit, die Fläche zu inspizieren. Aufgrund der 12-jährigen de facto-Untätigkeit des Vorpächters kostet es inzwischen rund 3.000 EUR, die Fläche mit dem notwendigen Einsatz schwerer Maschinen wieder ackerfähig zu machen. Jedenfalls zwei Mitglieder der Gruppe würden sich die Kosten teilen.

Eine Kerngruppe – Interessierte sind eingeladen sich zu melden – wird in Bälde ein Entwicklungs- bzw. Nutzungskonzept erarbeiten, um solche substanziellen Investitionen auch in einen festen Vereinbarungsrahmen getreu der Zielsetzung „Essen ist keine Ware“ einzubetten.

Vor dem nächsten Arbeitswochenende sind einige Fragen – auch rechtliche – zu klären. Es bleibt spannend. Infos folgen, bei Interesse Mail an andreas.exner ÄT aon.at

Bild: Greifzug

Bild: Idylle pur. Blick vom Brachacker gen Süden.

Agrarkollektiv bei Fehring: Nächstes Arbeitstreffen 8.-10. September

September 28, 2012

Nach unserem erfolgreichen Arbeitsbeginn für eine kollektive und solidarische Landwirtschaft auf einem Grundstück nahe Fehring geht es am 8.-10. September weiter.

Das Ziel ist eine von Geldeinkommen unabhängige und damit weitgehend krisensichere, freudvolle und solidarische Erzeugung von guten Lebensmitteln mit gemeinsamer Arbeitskraft.

Bei guter Bewirtschaft kann die Fläche einen hohen Ertrag liefern und sogar noch Spielraum für Gratisabgabe lassen.

Es wird mit der Rodung der Birken fortgefahren. Der Obmann des Raabtal Maschinenrings wird zu einem Lokalaugenschein vorbei kommen, um zu sehen ob und mit welchen Geräten ein Umbruch der baumfreien Ackerbrache (ca. 0,5 ha) möglich ist.

Der Umbruch sollte sobald wie möglich zumindest auf der baumfreien Fläche erfolgen. Die zu rodende Birkenfläche kann vermutlich mit einem Forstmulcher umgebrochen werden.

Im Internetforum http://www.landwirt.com/Forum/355208/Wiederherstellung-Acker.html haben wir viele wertvolle Tips bekommen. Auch der experimentierfreudige Biolandwirt Alois Kemmer hat uns mit Ratschlägen unterstützt. Er möchte an diesem Wochenende auch mithelfen. Anwesend werden sein: Andreas (alle 3 Tage), Alice, Christian, Su plus Kinders (1 Tag), Alois vermutlich 2 Tage. Weitere herzlichst willkommen. Anmeldung erbeten. Alice und Christian kommen mit dem Auto, detto Alois. Ich gehe zu Fuß vom Bahnhof Fehring, wie schon das letzte Mal.

Schlafmöglichkeit für 2-3 Leute in einem beheizbaren, jedenfalls geschützten Gartenhaus.

Ich hab das letzte Mal im Schlafsack ohne Zelt im Freien genächtigt, tolles Heuschreckenkonzert, ein Käuzchen ist mehrmals dicht über mich hinweggeflogen, in der Früh kann man Buntspechte beim Abfangen-Spielen beobachten.

Inzwischen ist vermutlich ein Zelt sinnvoll für Draußen.

Zwei Bügelsägen gibt es vor Ort, ich nehme auch eine kräftige Astschere mit und vermutlich auch eine Streusense (für dichtes Unkraut geeignet).

TREFFEN IN GRAZ

Für einen Termin im Laufe der nächsten 2-3 Wochen werden wir auch ein öffentliches Treffen mit dem Eigentümer (Raimund) in Graz anberaumen.

Termin wird ausgeschrieben.

PLANUNGEN/IDEEN

Nach Umbruch der ehemaligen Ackerfläche sollte alsbald mit der Gründündung (Raimund, Alice und ich haben uns für Phazelia und Ackersenf entschieden) begonnen werden. Hier ist noch zu klären, ob eggen nach Breitsaat nötig ist.

Der im Winter nach Zusammenbruch der Kultur entstehende Mulch soll einen gewissen Schutz gegen Unkraut bieten.

Nach wie vor halten wir nachfolgend Erdapfel und Kürbis für sinnvoll. Hier wäre alsbald auch die Saatgutfrage zu klären (m.W. wird Saatgut, wenn es nicht 08/15 vorbestellt und kann schon über den Winter „vergriffen“ sein).

Alice schreibt Kontakte bezüglich möglicher Workshops für Teichbau, Biokläranlage u.ä. an. Man könnte einen Workshop auf dem Grundstück dazu machen.

Raimund und ich fassen den Ankauf eines Traktors ins Auge. Wer dazu besonderes Fachwissen hat, möge sich melden. Uns wurde zu einem günstigen Modell der Firma Kubota oder zu einem Steyr 30 plus geraten. Als Ackergeräte scheinen eine Fräse zum jährlichen Bearbeiten, eine Netzegge und ev. ein Häufelpflug für Dammkultur sinnvoll. Beratung nehmen wir sehr gerne an!

Es sollte so bald wie möglich (ab Ende Oktober) auch die Rechtsform der Nutzung geklärt sein. Ein Verein bietet sich an, eine langfristige Nutzung wäre jedenfalls gesichert. Zur Verfügung über Maschinen gibt es Ideen, auch noch zu anderem…

Die Kosten für den Maschinenring teilen sich mal Raimund und ich. Beteiligungen natürlich sehr herzlich willkommen.

Es sind noch mehrere Arbeitstreffen auf dem Grundstück im September geplant, dann wieder im Oktober.

Kontakt andreas.exner ÄT aon.at

Agrarkollektiv bei Fehring – News Arbeitsbeginn – Mitarbeiter:innen willkommen!

September 28, 2012

Letztes Wochenende haben Raimund, Alice, Christian, Su und ich – zusammen mit unseren beiden Nachwüchsler:innen – das Grundstück bei Fehring besichtigt, wo alternative Landwirtschaft in der Art einer „Selbstversorger-CSA“ stattfinden soll, und mit der Arbeit begonnen.

Nachdem Raimund (der Eigentümer) seit Jahren nicht mehr vor Ort war, hatte der Lokalaugenschein besondere Bedeutung.

LAND- und FORSTWIRTSCHAFTLICHE FLÄCHEN

Das gesamte Grundstück ist 2,5 ha groß. Wie der aktuelle Grundbuchauszug zeigt, ist der Großteil als Acker geführt, ein kleinerer Teil als Streuobstwiese. Dazu gibt es einen kleineren Abschnitt von etwa 0,5 ha Wald.

Der Acker wurde seit 12 Jahren vom bereits gekündigten Vorpächter, einem an Permakultur orientierten Verein, nicht mehr bewirtschaftet. Er ist dementsprechend verbracht. Etwa die Hälfte ist mit Birken bestanden, die andere von Gras und Stauden, vor allem Goldrute und Reitgras. Die Fruchtbarkeit dürfte unterschiedlich sein, der Boden ist teilweise sandige, teilweise eher lehmige Braunerde. Wasserversorgung und Sonneneinstrahlung dürften großteils recht günstig sein.

Die Weide wurde offenbar zumindest einmal geschlegelt und wäre mit ein paar Schafen leicht wiederherstellbar.

Bei der Rodung auf ehemaligem Acker

Raimund, der Eigentümer, bei der Mahd der Goldrutenflur auf ehemaligem Acker mit der Streusense

Unser beider Werk von je ungefähr 10 gemächlichen Arbeitsstunden: Wo der Birkenwald dicht war, kann direkt mit der Einsaat einer Gründüngung begonnen werden.

Bei der Begutachtung der verbrachenden Weide (Südhang)

GEBÄUDE

Das schon vor 12 Jahren baufällige Wohnhaus ist inzwischen mangels sachgemäßer Instandsetzung (Reparatur des Daches) unwiederherstellbar verfallen. Das Kellerstöckl kann bewohnt werden, ist jedoch klein und feucht. Es gibt ein beheizbares Gartenhaus und Lagerplätze für Zelte. Für Arbeitsaufenthalte und sommerliches Wohnen ist die Infrastruktur gut geeignet. Das Gartenhaus könnte auch im Winter genutzt werden.

WAS WURDE GEARBEITET?

Wir haben in insgesamt rund 10 gemächlichen Arbeitsstunden pro Person (ca. insgesamt 2 Tage Aufenthalt) ein ca. 500 Qm großes Stück des mit Birken bestandenen Teils des Ackers freigeschlägert. Dies geschah mit einfachsten Mitteln: Bügelsäge und Astschere. Mit Ausnahme weniger sehr dicker Birken ist dies problemlos möglich.

Die Birken wurden zerteilt und als Brennholzvorrat trockengelegt.

Jene Teile, die mit Goldrute und Brombeere oder Himbeere bestanden waren, wurden mit der Streusense gemäht. Auch dies ist problemlos möglich. Ein Teil einer Brombeerhecke nahe des alten, verfallenden Wirtschaftsgebäudes wurde mit der Astschere entfernt.

WAS SOLL WEITER GEARBEITET WERDEN?

Die Gruppe, die vor Ort war, wird sich zu einer Besprechung in Graz treffen. Termin wird festgelegt. Interessierte willkommen! Bei Interesse Mail an andreas.exner ÄT aon.at

Der restliche Birkenbestand sollte der Effizienz wegen mit der Motorsäge entfernt werden. Raimund kann damit umgehen und uns den sachgemäßen Einsatz zeigen. Geräte sind bei Baumärkten ausleihbar. Die Gruppe kann vermutlich ein Auto nutzen.

Danach ist eine Leguminosensaat zur Düngung noch im Herbst geplant. Die Entfernung derselben im Frühjahr ist mitzubedenken. Motorfräsen zum Bodenumbruch oder zur Entfernung von Pflanzendecken sind leistbar, auch auszuborgen; es wird aber noch in Erfahrung gebracht, ob diese nur für den Brachacker einsetzbar sind, der eine Grasnabe und Goldrutenflur trägt, oder auch für den Teil, der mit Birken bestanden war (und wo die Stumpen bis zur Verrottung in 5-10 Jahren im Boden bleiben).

Weiters gibt es Allround-Geräte für Gemüsebetrieben mit bis zu 2 ha, z.B. „Weedmaster“ der Firma Kress, die von einer Person geschoben werden und u.a. über eine Abflämmvorrichtung verfügen. Ob damit sowohl die Gründüngung als auch das nach der Sensenmahd verbleibende Unkraut beseitigt werden kann um eine Saat zu erlauben, wurde bei der Firma angefragt.

Die notwendigen Investitionskosten dürften sich auf 2.000 – 5.000 EUR belaufen, Näheres ist noch zu recherchieren.

Da es in Hausmannstätten nahe Graz inzwischen ein weiteres kleines Projekt zur Bewirtschaftung eines Ackers, der verbracht ist, existiert, wurde angefragt, ob ein gemeinsamer Kauf der nötigen Geräte denkbar wäre. Übrigens gibt es in Thal bei Graz ebenfalls eine Grundstückseigentümerin, die gemeinschaftliche Landwirtschaft fördern will. Optimalerweise hätte eine „Selbstversorger-CSA“ ja mehrere Standorte, um eine schöne Palette an Gemüse und Obst produzieren zu können. Am Grundstück bei Fehring sind aufgrund der Entfernung (ca. insgesamt 2 Stunden Fahrzeit mit Bahn und Rad, mit Auto etwas schneller) momentan nur Grundnahrungsmittel und Obst praktikabel.

Nach der Gründüngung ist daher an die Pflanzung von Erdapfel, Kürbis, eventuell auch Mais und Bohnen in Mischung gedacht. Möglicherweise wird ein Zaun nötig sein, angeblich fressen die (dahingehend offenbar recht unerfahrenen) Rehe der Gegend sogar Erdapfelkraut, der Wildstand ist hoch und der Wald nahe.

Weitere Ideen gibt es schon einige, mehr dazu beim Treffen. Wer Tips hat, wie man Ackerbrachen am Besten wieder Instand setzt oder besondere Kenntnisse landwirtschaftlicher Kleintechnologien hat, möge sich bitte melden!

Bei Interesse Mail an andreas.exner ÄT aon.at

Arbeitsbeginn Aschbuch: 10.-12. August

Juli 13, 2012

Nun ist es fix. Wir werden von Fr., 10. August, mittag, bis So., 12. August, nachmittags, auf dem Grundstück sein. Der Kreis der Interessierten ist inzwischen auf 15 Personen inklusive Raimund und Andreas angewachsen. Einige davon haben ihr Interesse an Besichtigung mit Arbeit wenigstens bekundet. Jedenfalls werden Raimund und Andreas Hand an diverse Dinge legen.

Zur generellen Zielrichtung des Projekts siehe die Beschreibung hier. Wesentlich ist der Gedanke gemeinschaftlicher, solidarischer Selbstversorgung, wozu etwa das jüngste Manifest der 29. Sommerakademie der Friedensburg Schlaining aufgerufen hat und wie es das Projekt Solidarische Landwirtschaft (SoliLa Jedlersdorf) in Wien teilweise verwirklicht hat und weiter anstrebt.

Das Motto lautet:

Große Perspektive, kleine Schritte

Konkret wollen wir mit der Mahd der Wiese, vorzugsweise mit der Sense, beginnen. Sensen müssen noch beschafft werden. Der 0,5 ha große ehemalige Acker trägt momentan Birkenjungwuchs. Es läuft daher eine Anfrage an den Bürgermeister, ob er eine Bäuerin oder einen Bauern kennt, die diese gratis roden und zu Hackschnitzel verarbeiten könnten. Ansonsten wäre auch eine einzelstammweise Entfernung mit der Säge möglich, um zumindest einen kleinen Teil des Ackers für den Anbau wenig pflegeintensiver Grundnahrungspflanzen (Erdäpfel, Kürbis, Bohnen etc.) vorzubereiten.

Die Anfahrt kann per Zug von Graz nach Fehring erfolgen, Fahrzeit 1,15 Stunden, Verbindungen jede Stunde. Die autofähige Straße von Fehring Bahnhof nach Aschbuch beträgt 7,8 km. Mit dem Rad geht es 5,2 km eher eben nach Peterdorf, von dort auf vermutlich markiertem  Weg (Beschaffenheit unbekannt) 1,5 km weiter, allerdings mit einer 115 m betragenden Steigung, sodass das Rad möglicherweise geschoben werden muss. Die gesamte Weglänge beträgt 6,7 km. Im Orthofoto unten ist die Lage des Grundstücks mit einer gelben Stecknadel markiert. Nördlich davon liegt zuerst Peterdorf (noch im Bild), dann Fehring.

Wer länger als für einen kurzen Besuch bleiben möchte, möge sich bitte mit Schlafsack und – je nach Wetterlage – mit Zelt ausstatten. Etwas Proviant und Klopapier kann auch nicht schaden. Wasser gibt es im Brunnen am Grundstück.

Anmeldungen bitte unter andreas.exner ÄT aon.at

Update Aschbuch: Suche nach Mitgestalterinnen und -gestaltern

Juli 8, 2012

Nach einigen Bewerbungen in diversen Listen und bei Bekannten und Freunden haben insgesamt sieben Leute Interesse an dem möglichen Projekt bekundet. Erst vor Kurzem ist die Ankündigung auch in G24, der Grazer Terminplattform, gepostet worden. Auch lokale Verteilerinnen und Onlinemedien werden um Bewerbung angefragt. Mit Markus Perl vom Dorfprojekt ergab sich ein interessantes Gespräch. Zum Dorfprojekt zeigen sich zumindest starke inhaltliche Parallelen. Mal sehen.

Der Besuch in Aschbuch wird aller Voraussicht nach dazu genutzt werden, in Fehring und womöglich auch in Bad Gleichenberg Flyer mit der Projekteinladung zu verteilen. Schon vorher soll das auch in Graz geschehen.

Kollektive Landwirtschaft ruft: Besuch Aschbuch – 10.-12. August

Juli 5, 2012

Wir werden zusammen mit dem Eigentümer das Grundstück in Aschbuch zwischen 10. und 12. August besuchen, vermutlich in gemeinsamer Fahrt von Graz weg. Falls Mitgestalterinnen und -gestalter aus der Ferne anreisen, können wir uns um kostenlose oder möglichst günstige Unterkünfte in Graz kümmern.

Es gibt bereits vier Interessierte, und wir laden noch einmal sehr herzlich zur gemeinsamen Besichtigung und Diskussion vor Ort ein:

Anmeldungen und Terminpräferenz (es wird vermutlich nur ein Ein-Tages-Ausflug sein) bitte unter andreas.exner ÄT aon.at